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XABCDE und MARCH Schema in der Notfallmedizin: Strukturierte Versorgung nach dem Prinzip Treat first, what kills first

XABCDE und MARCH Schema in der Notfallmedizin: Strukturierte Versorgung nach dem Prinzip Treat first, what kills first - XABCDE und MARCH Schema | Notfallmedizin & Taktische Medizin – Strukturierte Erstversorgung

XABCDE und MARCH Schema: Treat first, what kills first

Eine strukturierte Versorgung bei Notfällen – nicht nur für Profis

Ein klarer Ablauf rettet Leben. Das klingt nach einem simplen Satz, aber in der Realität ist es genau das, was über Leben und Tod entscheiden kann. In der taktischen Medizin wie auch im Rettungsdienst hat sich das strukturierte Vorgehen nach standardisierten Schemata seit Jahren bewährt. Und längst gilt das nicht mehr nur für Notfallsanitäter oder Militär – auch Ersthelfer, Polizisten, Sicherheitsdienste, Jäger oder Sportschützen können von diesem Wissen profitieren.

Ein Grundprinzip zieht sich dabei durch alle modernen Versorgungskonzepte:
„Treat first, what kills first“ - also: Behandle zuerst, was dich am schnellsten umbringt.

Zwei der wichtigsten Strukturen sind das XABCDE-Schema und das MARCH-Schema. Beide helfen, auch in extrem stressigen oder gefährlichen Situationen den Überblick zu behalten und lebensrettend zu handeln.


Vom cABCDE zum XABCDE

Warum das „X“ so wichtig ist

Früher war vielen noch das cABCDE-Schema geläufig. Das kleine c stand für „critical bleeding“ - also kritische Blutungen. Inzwischen hat sich jedoch die Bezeichnung XABCDE durchgesetzt. Das große X steht für Exsanguination, also „lebensbedrohliches Ausbluten“.

Warum dieser Wechsel? Ganz einfach - um Verwechslungen mit dem großen C (für Circulation) zu vermeiden. Das X hat sich etabliert, weil es sofort signalisiert: Hier geht es um massive Blutungen, die sofort gestoppt werden müssen.

Bei TAC Company arbeiten wir daher konsequent nach dem XABCDE-Schema - ein klarer, praxisnaher Standard, der sich bewährt hat.


Ursprung des MARCH-Schemas

Vom Gefechtsfeld in die zivile Anwendung

Das MARCH-Schema stammt ursprünglich aus dem militärischen Umfeld, genauer aus dem Tactical Combat Casualty Care (TCCC) und Tactical Emergency Casualty Care (TECC). Entwickelt wurde es, um Verwundete unter Gefechtsbedingungen effizient und priorisiert zu versorgen.

Mittlerweile findet das Schema nicht nur bei der Bundeswehr, dem Bundesheer oder internationalen Streitkräften Anwendung, sondern auch vermehrt im polizeilichen oder zivilen Bereich. Selbst Rettungsdienste, Sicherheitskräfte und First Responder nutzen es, weil die Grundidee dieselbe ist wie beim XABCDE:
„Behandle zuerst, was unmittelbar tödlich ist.“


Gegenüberstellung: XABCDE vs. MARCH

XABCDE SchemaMARCH SchemaBedeutung / Maßnahmen
X – ExsanguinationM – Massive BleedingLebensbedrohliche Blutungen stoppen: direkter Druck, Druckverband, Woundpacking mit Hämostatikum, Tourniquet
A – AirwayA – AirwayAtemwege sichern, Kontrolle des Mundraums, ggf. Absaugen, stabile Seitenlage, Atemwegshilfen (z. B. NPA/Wendl)
B – BreathingR – RespirationThorax kontrollieren, offene Brustwunden mit Chest Seal versorgen, SpO2-Messung, Spannungspneumothorax behandeln
C – CirculationC – CirculationKreislaufkontrolle, Puls/RR, Rekapzeit, Body Check, Wundversorgung
D – DisabilityH – HeadAVPU-Schema, Pupillenkontrolle, neurologische Untersuchung, Kopfinspektion
E – Exposure / EnvironmentH – HypothermiaGanzkörperuntersuchung, Wärmeerhalt, Hypothermieprophylaxe, Dokumentation

Die einzelnen Schritte im Überblick

X – Exsanguination / Massive Bleeding

Kritische Blutungen haben oberste Priorität.

  • Sofortiger manueller Druck

  • Danach Druckverband oder Kompressionsverband

  • Woundpacking, idealerweise mit Hämostatikum

  • Tourniquet bei starken Extremitätenblutungen; vor allem in Bereichen in welchen keine Zeit für ein Druckverband ist z.B. LebEL Einsatzlagen oder wenn der Zugang erschwert ist wie bei eingeklemmten Personen

  • In gefährlichen Lagen („Care under Fire“) gilt: Tourniquet zuerst.

A – Airway / Atemwege

  • Kontrolle und Freimachen der Atemwege

  • Absaugung bei Sekret, Blut oder Erbrochenem

  • Atemwegshilfen wie NPA oder Wendl-Tubus nutzen

  • Bewusstlose in stabile Seitenlage, solange die Atemwege frei bleiben

B – Breathing / Respiration

  • Brustkorb inspizieren und beurteilen

  • Offene Thoraxwunden mit Chest Seal versorgen

  • SpO2 und Atemgeräusche regelmäßig prüfen

  • Spannungspneumothorax nur durch geschultes Personal entlasten

C – Circulation / Kreislauf

  • Vollständiger Body Check auf weitere Blutungen (Blood Sweep)

  • Versorgung mit Druckverband, Hämostatikum oder Woundpacking

  • Kontrolle von Puls, Blutdruck und Rekapillarisationszeit

D – Disability / Head

  • Bewusstseinskontrolle nach AVPU

  • Pupillen (PERRLA) prüfen

  • Kopf inspizieren und grobe neurologische Tests durchführen

E – Exposure / Hypothermia

  • Ganzkörperuntersuchung

  • Wärmeerhalt und Hypothermieprophylaxe

  • Dokumentation und Vorbereitung auf Transport


Welches Schema ist das richtige für dich?

Im Grunde verfolgen beide Modelle dasselbe Ziel - sie unterscheiden sich nur leicht in der Struktur. Entscheidend ist, welches du verinnerlicht hast und regelmäßig trainierst.
Unter Stress greift der Körper auf Routinen zurück, nicht auf Theoriewissen.

Wer bereits mit dem XABCDE-Schema vertraut ist, sollte dabei bleiben. In Kursen zu TCCC oder TECC wird oft das MARCH-Schema gelehrt - beides ist richtig, solange du es sicher anwenden kannst. Wichtig ist, dass du die Prioritäten und Inhalte beider Systeme verstehst.


Das Tourniquet - zwischen Mythos und Realität

Warum es oft verteufelt wird - und warum das falsch ist

Aktuell sieht man in sozialen Medien immer wieder Posts, in denen das Tourniquet schlechtgeredet oder gar als „gefährlich“ bezeichnet wird. Leider führt das oft zu Unsicherheit, besonders bei Ersthelfern oder Personen ohne medizinische Ausbildung.

Fakt ist: Das Tourniquet ist ein lebensrettendes Werkzeug, wenn es richtig eingesetzt wird.
Es ist nicht verboten, und es gehört in jede taktische oder erweiterte Erste-Hilfe-Ausrüstung.

Ein Tourniquet ist besonders dann unverzichtbar, wenn:

  • eine massive Blutung an einer Extremität vorliegt,

  • wenig Zeit ist,

  • oder man nicht direkt an die Wunde herankommt (zum Beispiel bei eingeklemmten Personen).

In Kombination mit einem Druckverband, Trauma-Verband oder einer Israeli Bandage kann eine starke Blutung zuverlässig kontrolliert werden. Wichtig ist jedoch:
Nur wer den Umgang trainiert hat, kann das Tourniquet sicher anwenden.
Ein falsch angelegtes TQ kann wirkungslos oder sogar schädlich sein. Deshalb ist Training mit erfahrenen Instruktoren zwingend erforderlich – sowohl im ruhigen Umfeld als auch unter realistischem Stress.


Fazit: Training, Routine und Ausrüstung retten Leben

Ein strukturiertes Vorgehen nach dem XABCDE- oder MARCH-Schema steigert die Überlebenschancen Schwerverletzter erheblich – egal ob im militärischen Einsatz, im zivilen Rettungsdienst oder bei privaten Ersthelfern.

Doch Theorie allein reicht nicht. Nur regelmäßiges Training, Routine und qualitativ hochwertige Ausrüstung machen im Ernstfall den Unterschied.

Bei TAC Company findest du genau das passende Equipment: geprüfte Tourniquets, Emergency Bandages, hochwertige IFAKs und Notfallrucksäcke für jede Einsatzlage. Damit bist du bestens vorbereitet – egal ob im Dienst, auf der Jagd oder im Alltag.


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